Strafverteidigung - die Tätigkeit des Strafverteidigers


Was kennzeichnet die Tätigkeit eines Strafverteidigers? Was unterscheidet ihn von Rechtsanwälten, die in anderen Bereichen tätig sind? Wir, als Ihre Rechtsanwälte für das Strafrecht in Würzburg und Ochsenfurt wollen Ihnen nachfolgend einen kurzen Überblick geben.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Strafverteidigung: Die Freispruchverteidigung und die Strafmaßverteidigung. Erstere ist, jedenfalls hauptsächlich, darauf ausgerichtet einen Freispruch zu erreichen, sei es aus Mangel an Beweisen "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten) oder wegen erwiesener Unschuld. Die Gerichte sind übrigens nicht gehalten in ihrer Urteilsbegründung klarzustellen, dass sie den Angeklagten eigentlich für schuldig halten ihn aber nicht verurteilen können, (nur) weil es an den dafür erforderlichen ausreichenden Beweisen fehlt. Die Strafmaßverteidigung ist darauf ausgerichtet, die Strafe möglichst gering zu halten, wenn ein Freispruch, weil der Mandant z.B. geständig war, nicht erreichbar ist.

Natürlich gibt es Konstellationen, in denen beide Arten der Strafverteidigung vom Strafverteidiger kombiniert werden müssen, beispielsweise weil dem Mandanten, der mehrfach mit Drogen gehandelt hat, einige Fälle nachweisbar sind, andere aber nicht.

Ein wesentlicher Teil der Strafverteidung beginnt demensprechend damit, an Hand der Angaben des Mandanten und dem Inhalt der strafrechtlichen Ermittlungsakte, möglichst frühzeitig festzustellen, was man für seinen Mandanten erreichen kann.

Grundlagen der Tätigkeit des Strafverteidigers sind vor allem die Angaben des Mandanten und die strafrechtliche Ermittlungsakte, die sämtliche (wesentlichen) Vorgänge des Ermittlungsverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens enthält. Die Ermittlungsakte (die häufig tatsächlich aus mehreren Akten, z.B. Sonderbänden, Beweismittelakten, Hauptakte besteht) wird während des Ermittlungsverfahrens von der Staatsanwaltschaft geführt, während des gerichtlichen Verfahrens übernimmt das zuständige Gericht die Akte und dessen Fortführung. Daneben können auch eigene Ermittlungen des Strafverteidigers, zu denen er natürlich befugt ist, eine Rolle spielen.

In welchen Verfahrensstadien der Strafverteidiger den Schwerpunkt seiner Tätigkeit setzt (Ermittlungsverfahren, Zwischenverfahren oder Gerichtsverfahren inklusive der Hauptverhandlung) muss er individuell entscheiden. Eine allgemeingültige Regel gibt es nicht. Natürlich muss er stets das Interesse des Mandanten im Blick haben, ein Strafverfahren möglichst frühzeitig, also bereits im Ermittlungsverfahren, zu beenden, damit die Öffentlichkeit von dem Tatvorwurf bestenfalls nichts erfährt. Bereits der Vorwurf einer Straftat kann nämlich nachteilige Auswirkungen auf die private und/oder berufliche Situation des Beschuldigten haben. Häufig ist es auch dem besten Strafverteidiger jedoch nicht möglich, ein Strafverfahren derart frühzeitig mit einem für den Mandanten günstigem Ergebnis abzuschließen.

In jedem Fall sollte der Strafverteidiger in den Fällen, in denen nur eine Strafmaßverteidigung in Betracht kommt, frühzeitig dafür sorgen, dass sein Mandant alles ihm mögliche unternimmt um die zu erwartende Strafe zu senken oder sogar, auch wenn er "schuldig" ist, zu vermeiden. Das ist beispielsweise durch die Vornahme eines sogenannten Täter Opfer Ausgleichs oder die Durchführung einer Therapie (bei Betäubungsmitteltaten oder anderen psychiatrischen Störungen, die für die Straftat mitverantwortlich waren) möglich.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Rechtsgebieten wird die Hauptverhandlung in einem Strafverfahren in der Regel nicht durch an das Gericht gerichtete Schriftsätze beider "Parteien" (Staatsanwaltschaft auf der einen, die Verteidigung auf der anderen Seite) vorbereitet. Grundlage der Verhandlung ist vielmehr häufig ("nur") die sogenannte Anklageschrift, in der die Staatsanwaltschaft dem Gericht den Tatvorwurf, den sie dem Angeschuldigten macht, darstellt. Die Anklage ist also eine Zusammenfassung der Vorwürfe die sich aus Sicht der Staatsanwaltschaft aus dem Ermittlungsergebnis ergeben haben.

Die Vorbereitung der Hauptverhandlung - soll der Mandant zum Vorwurf Schweigen, soll er den Vorwurf bestreiten, soll er gestehen oder gibt der Veteidiger eine Erklärung ab, sollen Beweisanträge gestellt werden, muss die Gerichtsbesetzung gerügt werden usw. - ist ein wesentlicher Teil der Tätigkeit des Strafverteidigers.

Eines der häufigsten Beweismittel in der Verhandlung sind Zeugen. Unerläßlich für einen guten Strafverteidiger ist daher die Fähigkeit einen Zeugen befragen zu können (und zu erkennen, wann man besser nicht mehr weiter fragt).

In der Hauptverhandlung muss der Strafverteidiger weiterhin in der Lage sein schnell und angemessen auf Wendungen zu reagieren: Zeugen sagen regelmäßig nicht so aus, wie sie es bei der Polizei getan haben, weil die Vorgänge um die es geht häufig längere Zeit zurück liegen. Das kann gut oder schlecht für den Mandanten sein. Die Hauptverhandlung bringt auch regelmäßig Umstände - z.B. belastende oder entlastende Beweise - ans Licht, die sich aus der Ermittlungsakte nicht ergaben.

Über die Tätigkeit des Strafverteidgers könnten wir ohne weiteres ein Buch schreiben, was aber hier zu weit führen würde und andere bereits getan haben, weswegen dieser grobe Überblick an dieser Stelle ausreichen soll.

Auch wenn wir niemandem wünschen einen Anwalt für Strafrecht in Anspruch nehmen zu müssen, stehen wir natürlich als Strafverteidiger in Würzburg, Ochsenfurt oder auch bundesweit jederzeit zu Verfügung.